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Ein neuer Tisch für das Esszimmer der WG

1 Dezember 2021
Cornelia Jacomet

Entscheidungen in einer Wohngemeinschaft brauchen Zeit, insbesondere wenn es darum geht, einen neuen Tisch für das Esszimmer auszuwählen. Wenn 14 Personen mitreden können und dürfen und die Vorstellungen weit auseinandergehen, wird es kompliziert. Wir diskutierten über Grösse, Material und Farbe. Sollen es zwei Tische sein, die aneinander und auseinandergeschoben werden können oder ein grosser Tisch, an dem 14 Menschen und allfällige Gäste Platz haben. Was, wenn nur wenige Leute da sind, verlieren wir uns dann am grossen Tisch? Soll es wirklich ein Tisch sein, der erst auseinandergeschraubt werden muss, um aus dem Esszimmer hinein- und hinaustransportiert werden zu können. Die Überlegungen und Diskussionen zogen sich über Wochen hinweg. Einigen konnten wir uns nicht, dann ruhten die Diskussionen wieder einige Monate, schliesslich hatten wir ja zwei Tische, die schon lange ihren Dienst taten. Besonders schön waren sie nicht, gut zusammenpassen taten sie auch nicht wirklich. Schlussendlich machten wir einen soziokratischen Prozess, der dauerte so lange, bis jede und jeder entweder einverstanden oder zumindest mit dem Vorschlag leben konnte. Der Entscheid fiel für den grossen Tisch. Da es keinE AnbieterIn gab, die einen Tisch nach unseren Vorstellungen verkauft, entschieden wir uns, den Tisch nach unseren Massen und Vorstellungen machen zu lassen. Der eine oder die andere kannte einen Schlosser oder eine Schreinerin, wir diskutierten Holzarten, liessen Offerten machen. Schlussendlich hatten wir Preisvorschläge zwischen 2500-8000 Schweizerfranken. Und wieder ruhte das Projekt Tisch. Bis eineR von uns das Thema wieder aufgriff. Wir setzten uns eine Frist und sagten Anfangs Jahr 2021, der Tisch muss bis Weihnachten in unserem Essraum stehen. Wir entschieden uns für eine günstige Option. Nun haben wir seit bald zwei Jahren einen wunderschönen Tisch mit einer hellgrünen Tischplatte. Sieht übrigens sehr gut aus. Wer hätte dies gedacht, denn auch unser Tischmacher griff sich beim Farbvorschlag an den Kopf, wie kann eine Gruppe nur so einen Entscheid fällen. Das hellgrün setzte sich gegen dunkelblau und weinrot durch. Bei einer so grossen Fläche darf es keine dunkle Farbe sein und grau oder hellblau war uns zu langweilig. Übrigens auch wenn der ganze Prozess fast fünf Jahre dauerte, blieben unsere Diskussionen immer friedlich. Und uns unseren Gästen gefällt der Tisch genauso wie uns auch.

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